Verfasst von: Marc | 11. Mai 2010

Jazz in E. Nr. 16 startet!


Liebe Kulturfreunde, liebe Kulturfreundinnen,
morgen (oder fast schon heute) geht es los. Die 16. Ausgabe von „Jazz in E. – ein Festival aktueller Musik“ bringt vier Tage besondere Musik nach Eberswalde. Mittwochabend ist Eröffnunsgabend und beim Konzert mit Balthasar Streiff und Mari Kvien Brunvoll wird der Saal sicher voll. Kurzentschlossenen empfehle ich das rechtzeitige Erscheinen. Konzertbeginn ist an allen vier Konzertabenden um 20:00 Uhr. Am Sonnabendvormittag gibt es im Rahmen von Guten-Morgen-Eberswalde ein Special um 10:30 Uhr auf dem Marktplatz bei freiem Eintritt.

Hier nun nachfolgend noch einmal der komplette Überblick über das Programm der Tage vom 12. bis 15. Mai 2010.

mit den besten Grüßen, gerne sehen wir uns an allen Tagen
Udo Muszynski

Jazz in E. Nr. 16
12. – 15. Mai 2010
Eberswalde

Das Programm:

Mittwoch, 12. Mai 2010, 20:00 Uhr
Paul-Wunderlich-Haus
Festivaleröffnung

Balthasar Streiff (CH)
Balthasar Streiff (alphorn)

Verschiedene Arbeiten auf der Schnittstelle von Musik, Raum und Klang führten Streiff zum Alphorn. Seine langjährige Auseinandersetzung mit dem Schweizer Kultinstrument wird be-gleitet von Projekten quer durch Bereiche der Bildenden Kunst, Theater, Perfomance, Film, Literatur und durch die verschiedensten Musikstile. Von 1996 bis 2009 bildete er zusammen mit dem Stimmperformer Christian Zehnder das international renommierte Duo stimmhorn, im Alphornquartett hornroh bewegt er sich zwischen Schweizer Tradition und zeitgenössischer Musik. Seit 1998 erhielt er verschiedenste
Kompositionsaufträge, u.a. als Bühnenmusiker und Performer vom Theater Basel, den Salzburger Festspielen und dem Schweizer Fernsehen oder als künstlerischer Leiter der Eröffnung des Lucerne Festivals 2009. Seit 2007 hat er einen Lehrauftrag als freier Dozent an der Hochschule Luzern, u.a. zum Aufbau einer Alphornklasse an der neuen Abteilung Volksmusik. Streiff’s Affinität zu Material und räumlicher Gestaltung führte ihn auch immer wieder in den Instrumentenbau. In enger Zusammenarbeit mit dem Alphornbauer Otto Emmenegger veränderte, optimierte oder entwarf er diverse Instrumente.
In Streiff’s Solo-Musikperformance wird eine weniger bekannte Welt „unseres“ Alphornes beleuchtet. Überraschende Texte, herausragende Blastechnik, große Bühnenerfahrung: Emotionalität der Klänge in feiner Balance zum Intellekt der Sprache.
Balthasar Streiff lebt und arbeitet seit über 20 Jahren in Basel.

Performance Chris Ritter (D) – Balthasar Streiff (CH)
Eine Begegnung, eine Improvisation. Die Artistin Chris Ritter am Vertikaltuch und der Musiker und Performer Balthasar Streiff im Dialog.
Chris Ritter ist Gründungsmitglied des Zirkus Gosh und mit dem Trapezduo Kriskats seit vielen Jahren international erfolgreich. Wenn sie einmal nicht unterwegs ist, dann lebt sie in Eberswalde.

Mari Kvien Brunvoll (NOR)
Mari Kvien Brunvoll (voice, electronics, perc, zither, kalimba)

Die im norwegischen Molde geborene und jetzt in Bergen lebende Mari Kvien Brunvoll sitzt, umgeben von kleinen Kästchen und Instrumenten, im Schneidersitz auf der Bühne. Mit ihrer , unverwechselbaren Stimme und den Spielzeuginstrumenten kreiert sie Loops, über die sie improvisiert wie Alice in Wonderland. Eine ganz besondere Mischung aus Jazz, elektronischem Pop und Country-Blues und eine Musik, der man nicht entgehen kann. Das Gerücht von Mari Kvien Brunvoll und ihrer eindrucksvollen Stimme hat sich in der norwegischen Jazzszene wie ein Lauffeuer ausgebreitet, es wird an Landesgrenzen nicht Halt machen. Definitiv!

Himmelfahrt, Donnerstag, 13. Mai 2010, 20:00 Uhr
Paul-Wunderlich-Haus

Das Kapital (DK / F / D)
Das Kapital spielt Eisler Hasse Poulsen (git) – Edward Perraud (drums) Daniel Erdmann (sax)

Hanns Eisler, Komponist der Nationalhymne der DDR, wahrscheinlich hauptsächlich über seine langjährige Zusammenarbeit mit Berthold Brecht bekannt, beizeiten Lieblingsschüler von Arnold Schönberg, war recht unzufrieden mit der Tatsache, dass die neue musikalische Avantgarde keine größere Zuhörerschaft hatte. Er wollte eine sogenannte Populärmusik schaffen. Diese Idee führte dazu, dass Eisler Hunderte von Stücken schrieb, welche relativ einfach gehalten, aber trotzdem seine meisterhaften Kompositionstechniken erkennen lassen. Viele dieser Stücke sind im Exil entstanden, einige auf der Flucht durch Europa, weitere dann in Hollywood. In der DDR wurde Eisler offizieller Staatskomponist. Aus dieser Zeit stammen dann auch viele optimistische Propagandalieder, die es sicherlich verdient haben, weiterhin als Instrumentalversion gespielt zu werden. DAS KAPITAL, Improvisations-Trio aus Paris, nimmt sich der Stücke Eislers an und benutzt die Mischung aus Arbeiterlied und Polytonalität als Fahrwerk für ihr erstes Repertoire-Projekt. Die Band wählt einen relativ trockenen, europäischen Jazz-Sound, verzichtet auf die sonst für sie typischen elektronischen Effekte, versucht aber dennoch die größtmögliche Bandbreite an musikalischen Einflüssen in das Vorhaben einzubringen.
DAS KAPITAL arbeitet seit 2002 zusammen und spielte bei Festivals wie Banlieues Bleues, Jazz à Mulhouse, Taktlos Zürich und Jazz D´Or Strasbourg.

Elina Duni Quartett (ALB / CH)
Elina Duni (voc) – Colin Vallon (piano) – Bänz Oester (bass) – Norbert Pfammatter (drums)

Wir verfolgen die Entwicklung der jungen Sängerin Elina Duni, denn schon vor zwei Jahren gastierte sie nach Erscheinen ihres Debütalbums bei Jazz in E. Nun hat die gebürtige Albanerin mit „Lume, Lume“ ein zweites Album veröffentlicht und taucht auch hier die Volkslieder ihrer Herkunftsregion in einen aktuellen Jazzkontext. Die Lieder stammen aus Albanien, Bul-garien, der Türkei, Griechenland und Rumänien und erzählen auf bewegende Weise von den grossen Themen, die uns Menschen leiten: Liebe, Tod und Freiheit. Elina Duni singt die Lieder in ihren ursprünglichen Sprachen und fügt den alten Melodien feinfühlig neue Kanten hinzu. Moderner Jazz der anrührt, oder auch: zeitgenössische Folk-Music.

Freitag, 14. Mai 2010, 20:00 Uhr
Paul-Wunderlich-Haus

Kamilya Jubran & Werner Hasler (PALÄSTINA / CH)
Kamilya Jubran (voice, oud) – Werner Hasler (tp, electronics)

Kamilya Jubran, Jahrgang 1963, in Israel geborene Tochter palästinensischer Eltern ist von klein auf durch Musik beeinflusst worden und begann bereits mit vier Jahren auf der Oud und dem Qanun, der orientalischen Knieharfe, zu spielen. Mit 19 Jahren stieß sie schließlich zur Musikgruppe „Sabreen“, deren Musik sie bis 2002 entscheidend beeinflusste.
Der Schweizer Komponist und Musiker Werner Hasler, geb. 1969, lebt derzeit in Paris und gastierte mit seinem Quartett Manufactur beim Festival „Jazz in E. Nr. 13“ im Mai 2007 in Eberswalde. Ihre elegante Mischung aus Jazz und Clubsounds beschloß den einmaligen Abend auf dem Parkdeck in der Pfeilstraße.
Im Duoprogramm werden Gedichte zeitgenössischer arabischer Poeten vertont, Stimme und Oud treten dabei in den Dialog mit den kongenial ausgewählten Sounds und der Trompete von Werner Hasler.

Tango Crash (ARG / D)
Daniel Almada (piano, electronics) – Martin Iannaccone (cello, voice, perc) – Martin Klingeberg (tp) – Christian Gerber (bandoneon)

Die Geschichte von Tango Crash reicht bis in die 80er Jahre zurück, als die beiden Bandgründer Daniel Almada und Martin Iannaccone noch in Buenos Aires lebten. Bereits ihre ers-ten gemeinsamen Aufnahmen 1987 weisen Parallelen zu Tango Crash auf. Ein Konzert mit elektrischer Begleitung bei der Biennale für Architektur im August 2002 in Berlin gilt als eigentliche Geburtsstunde der Band. Mittlerweile hat die Gruppe unzählige Konzerte auf den großen Festivalbühnen und in Clubs in Europa und Südamerika gegeben und steht nunmehr für eine ganz eigene Sichtweise im sogenannten „Electrotango“. Tango Crash arbeitet immer an der Entwicklung der Sounds, die zum einen die starke Identi-tät der Band erhalten, zum anderen aber auch neue Wege im Tango und der elektronischen Musik gehen. Die jüngste Produktion „Bailá Querida“ hat das mutige Feeling des Jazz und die dunklen Farben der Tango Musik sowie den gewandten Umgang im Einsatz von elektro-nischen Sounds und Samples. In der Summe ist die Musik von Tango Crash etwas ganz Besonderes!
Der Konzertabend wird vom kulturradio (rbb) live aufgezeichnet.

Sonnabend, 15. Mai 2010, 20:00 Uhr
Paul-Wunderlich-Haus
Konzert mit
Mohammad Reza Mortazavi (IRAN)
Mohammad Reza Mortazavi (perc)

Der 1978 im Iran geborene und heute in Berlin lebende Musiker Mohammad Reza Mortazavi nutzt die traditionellen persischen Handtrommeln Tombak und Daf nicht allein als Rhythmus-instrument sondern erschafft Stücke von melodischer Dichte und Klangwelten orchestralen Ausmaßes.
Man muss Mortazavi live sehen, um glauben zu können, dass es sich hier um reine Solo-Stücke handelt, so komplex und vielschichtig ist sein Klangspektrum. Seine Spieltechnik geht weit über die Grenzen der Tradition hinaus. Bis heute hat er über 30 neue Schlag- und Fingertechniken, sowie Effekte für seine Instrumente entwickelt, die es ihm erlauben, differen-zierte Melodien zu spielen. Er revolutionierte damit das Spiel.
Mohammad Reza Mortazavi begann mit sechs Jahren Tombak-Unterricht zu nehmen. Mit zehn Jahren, wie dann auch in allen darauffolgenden Jahren, gewann er erstmals den im Iran jährlich stattfindenden Tombak-Wettbewerb. Bereits mit 20 Jahren galt er als der beste Tombak-Spieler der Welt. Die kelchförmige Handtrommel ist untrennbar sowohl mit der Volksmusik als auch mit der klassischen Musik Persiens verbunden. Die persische Musik basiert auf unterschiedlichen Skalen, die den Musikern ein breites Improvisationsspektrum eröffnen. Mohammad Reza Mortazavi fühlt sich dieser Tradition durchaus verantwortlich, erweitern sie aber, indem er seine Instrumente als melodiegebende, außergewöhnliche Dia-logpartner benutzt und somit weit über ihre ursprünglichen Begleitfunktionen hinausführt.

anschließend Party mit
Orientation (TÜRKEI / D)
Bekir Karaoglan (voc, keys, ney, violin) – Andreas Advocado (bass, git, voc) – Serdar Dagdelen (kanun, voc) – Babek Akhoondi (git) – Enno Kuck (drums, perc)

Hier treffen clubtaugliche Grooves und funkige Sounds auf arabesque Melodien. „Nu-Oriental“! Orientation tourte mit dem türkischen Popstar Tarkan, hat u.a. mit SULTANA und AZIZA-A gearbeitet, repräsentierte Deutschland und Berlin auf der EXPO 2000 und auf dem Festival „Berlin – Hong Kong“ in Hong Kong, im Film „Gegen die Wand“ von Fatih Akin hört man ihre Musik… Feiern, Zuhören, Tanzen…

DJ Mortron 3.0
DJ Mortron 3.0 aus Eberswalde legt die guten Platten auf. Täglich vor und nach den Konzerten im Glaszwischenbau des Paul-Wunderlich-Hauses und am Abschlußtag nach dem Konzert von Orientation im Saal.

Kartenvorverkauf:
-Eberswalder Tourist Information, Steinstraße 3, 16225 Eberswalde, T: 03334-64520.
-Barnimer Bus Gesellschaft, Friedrich-Ebert-Straße 27d, 16225 Eberswalde, T: 03334 – 235003.
-KOKA 36, Oranienstraße 29, 10999 Berlin, T: 030-61101313, http://www.koka36.de -Online Tickets über die Homepage des Festivals http://www.mescal.de. Eintrittspreise: Jede Abendveranstaltung 15,-/12,- EUR; im VVK 13,-/10,- EUR. Festivalpass für alle Veranstaltungen 38,-/30,- EUR. Ermäßigung für Schüler/Schülerinnen, Studenten/Studentinnen und Inhaber des Eberswalde-Passes.

Bei der Veranstaltung am 15. Mai 2010 um 10:30 Uhr wird kein Eintritt erhoben. Für die integrierte „Lange Eberswalder Frühstückstafel“ auf dem Marktplatz ab 10:00 Uhr wird jedoch um Reservierungen gebeten. Bitte direkt über das Kaffeehaus Gustav, T: 03334-380060.

Jazz in E. Nr. 16 – ein Festival aktueller Musik wird vom
Begegnungszentrum Wege zur Gewaltfreiheit e.V. Eberswalde veranstaltet. Programm und Gesamtorganisation: Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen. http://www.mescal.de

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