Verfasst von: Marc | 1. Juli 2009

Interview mit Stefan Neubacher – dem Kulturamtsleiter der Stadt Eberswalde


Ein Interwiew mit dem Stefan Neubacher was schon seit einiger Zeit im Raum steht aber wegen unser beiden doch recht vollen Terminkalender ein wenig warten musste. Wichtig war mir zu zeigen was für ein Mensch denn nun diesen Posten besetzt und was er so vorhat mit der eberswalder Kulturszene.

Was waren Ihre persönlichen Beweggründe diese Stelle in Eberswalde anzutreten?

Die Rolle des Kulturamtsleiters kenne ich vor allem aus der Position des Akteurs. Ich war acht Jahre lang Geschäftsführer eines soziokulturellen Zentrums in Marburg (kleine Universitätsstadt zwischen Frankfurt und Marburg) und habe von daher immer auch viel mit dem Kulturamt zu tun gehabt. Wie gesagt, immer aus der anderen Perspektive. Ich finde es ausgesprochen spannend in dieser Funktion die Rahmenbedingungen von Kultur im kommunalen Rahmen mit beeinflussen zu können. Dabei ist es mir wichtig, dass Kultur nicht nur Oper und bildende Kunst bedeutet sondern auch populäre und alltägliche Formen von Ästhetik mit einschließt. Kultur ist ein wichtiges Medium, um sich zuhause zu fühlen, daher müssen auch allem Menschen Zugang zu Kultur haben.

Was denken Sie sind Kulturelle Alleinstellungsmerkmale der Eberswalder Kulturszene?

Kennzeichnend für Eberswalde ist das starke bürgerschaftliche Engagement im Kulturbereich. Ohne die vielen Initiativen und Vereine würde die Landschaft ganz anders aussehen. Prägend ist auch, dass es in Eberswalde einen guten Mix gibt ausVeranstaltungen mit einer überregionalen Bedeutung, sozusagen den Leuchttürmen, und kleineren Veranstaltungen, sozusagen Kultur des täglichen Bedarfs. Die Leuchttürme sind meiner Meinung nach das Filmfest, das Jazzfestival und das FinE, unser Stadtfest.

Wie sieht denn die Zusammenarbeit mit den Kulturschaffenden bisher aus?

Mir war es von Anfang an sehr wichtig in engem Kontakt mit den Akteuren zu stehen. Zum einen habe ich mich selbst in der ersten Zeit bei den Akteuren vorgestellt und habe so auch einen Überblick über das Angebot bekommen. Zum anderen ging es ja schon seit November in einem sehr partizipativen Prozess um die Erarbeitung der Grundlagen für eine Kulturkonzeption. Hier waren und sind die Akteure stark eingebunden und haben die Chance zur Mitarbeit auch gerne genutzt.

Mit welchen Werkzeugen kann man kulturelle Arbeit Ihrer Erfahrung nach sinnvoll koordinieren?

In den Diskussionen mit den Akteuren wurde immer wieder deutlich, dass auch die Akteure ein großes Interesse an einer stärkeren Vernetzung haben. Dabei geht es auch um eine stärkere Koordination und Absprache z. B. des Veranstaltungsprogramms. In diesem Bereich der Vernetzung kann das Kulturamt sicherlich unterstützend agieren. Weitere Handlungsfelder sehe ich im Marketing, in der direkten Kulturförderung und in der Stadtentwicklung.

Wie sollte die kulturelle Arbeit gefördert werden?

Wesentlich sind gute Rahmenbedingungen für Kultur. Das fängt bei Beratung an und hört bei Vermarktung noch nicht auf. Kulturförderung ist also nicht nur die Förderung über Geld, sondern auch über das Selbstverständnis, für die Akteure da zu sein, sie in ihrer Arbeit wo immer es auch geht zu unterstützen. Dazu gehört auch, mit ihnen gemeinsam nach neuen Finanzierungsquellen zu suchen; durch Beratung in der Förderpolitik und Förderung der Vernetzung mit Akteuren aus der Wirtschaft beispielsweise.

Welche Bedeutung hat die hiesige Kulturlandschaft für den Tourismus?

Ich möchte die Frage etwas ausdehnen und mich nicht nur auf die Rolle der Kultur im Tourismus beziehen, sondern möchte auch das Stadtmarketing insgesamt einschließen. Je nach Angebot ist die Zielgruppe, neben Eberswalde, eher die Region oder eben darüber hinaus. Beides hat seine Notwendigkeit um die Rolle Eberswaldes als Zentrum in Nordost-Brandenburg zu festigen. Im gesamten Bereich Marketing kommt es darauf an, das Kulturangebot in Eberswalde besser zu kommunizieren.

Wie sieht derzeit die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden aus?

Was ist hier für die Zukunft angedacht? Eine Zusammenarbeit gibt es natürlich im Bereich Veranstaltungskoordination. Das Kulturamt etabliert sich als die zentrale Sammelstelle für Veranstaltungen und kann so ärgerliche Terminüberschneidungen vermeiden.

Was wünschen Sie sich von den Eberswaldern ?

Dass sie weiter so aktiv bleiben und das Kulturangebot der Stadt nutzen!

Advertisements

Responses

  1. Für Eberswalder hat es sich gelohnt wieder einen Kulturamtsleiter und ein Kulturamt zu installieren. Es hat sich viel getan im kulturellen Bereich. Eberswalde hat gemerkt, dass man sich damit auch gut „schmücken“ kann.

    Die vielen Kulturakteure konnten nach langen Jahren endlich wieder aufatmen und füllen sich auch wieder erwünscht.

    Die größten Themen für mich dürften für das KA aber sein:

    – Wie ist die Zukunft der Kleinen Galerie?
    – Schaffen wir es mehr Jugendkultur im Zentrum zu etablieren?
    – Wie bekomme ich viel Kultur ohne aber mehr und mehr ein Kulturmonopol zu befördern?


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: